Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird

Ist die Holfeld Methode einfach erfunden?

Nein. Und ja.

Nein, weil nichts davon vom Himmel gefallen ist. Was ich mit euch mache, steht auf Ansätzen, die seit Jahrzehnten erforscht und erprobt sind. Ich habe die Paartherapie nicht neu erfunden, und wer das über sich behauptet, würde ich mir sehr genau ansehen.

Ja, weil die Zusammenstellung meine ist. Und vor allem das Drumherum: Wie oft wir uns sehen, was zwischen den Terminen passiert, wie ein Gedanke aus einer Sitzung bei euch am Dienstagabend in der Küche ankommt.

Denn genau da entscheidet sich, ob sich etwas verändert. Nicht im Beratungsraum. Bei euch zu Hause.

Anna Holfeld in ihrem Beratungsraum

Anna Holfeld, systemische Paartherapeutin

Das Fundament

Fünf Ansätze, die in meine Arbeit einfließen

Ich arbeite seit 2011 mit Paaren, bin ausgebildete systemische Paartherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie seit 2005, Mediatorin und Elternbegleiterin. Was ich gelernt habe, kommt unter anderem aus diesen fünf Richtungen. Zu jeder gehört hier eine Szene, die ihr vermutlich kennt.

01Systemische PaartherapieMeine Ausbildung. Sie ist die Brille, durch die ich auf euch schaue.

Eine Szene, die ihr vermutlich kennt

„Du hörst mir nie zu."

„Du redest ja auch ununterbrochen."

Und schon seid ihr wieder da, wo ihr letzte Woche wart.

Was die meisten hier denken

Ihr sucht, wer angefangen hat. Beide sind sich sicher, es war der andere. Und beide haben recht, wenn man erst an der Stelle zu zählen beginnt, an der es weh tat.

Was tatsächlich passiert

Es gibt keinen Anfang. Je mehr du redest, desto stiller wird er. Je stiller er wird, desto mehr redest du. Ihr reagiert nicht auf ein Problem, ihr reagiert aufeinander.

Nicht einer von euch ist das Problem. Die Bewegung zwischen euch ist es.

Was ich daraus mache

Ich kläre mit euch nicht, wer recht hat. Das ist die langweiligste Frage im Raum, und sie hat noch nie eine Beziehung gerettet. Ich zeige euch stattdessen die Bewegung, in der ihr steckt. Wenn ihr die einmal gesehen habt, könnt ihr sie nicht mehr nicht sehen. Und dann wird sie veränderbar.

02Die Paarforschung nach GottmanJohn und Julie Gottman haben jahrzehntelang Paare beim Streiten beobachtet.

Eine Szene, die ihr vermutlich kennt

Es fängt mit der Spülmaschine an.

Nach vier Sätzen geht es nicht mehr um die Spülmaschine.

Nach acht Sätzen geht es darum, was für ein Mensch du bist.

Was die meisten hier denken

Ihr glaubt, ihr hättet zu viele Themen. Deshalb versucht ihr, die Themen zu lösen. Eines nach dem anderen. Und werdet nicht fertig.

Was tatsächlich passiert

Die Gottmans haben herausgefunden: Es ist nicht das Thema, das Paare auseinanderbringt. Es ist immer dieselbe Art, darüber zu reden.

Vier besonders destruktive Kommunikationsmuster nennen sie die „vier apokalyptischen Reiter": Kritik, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern.

Kritik meint irgendwann nicht mehr das Verhalten, sondern den Menschen. Verachtung steckt im Augenrollen, Sarkasmus oder Tonfall. Bei der Rechtfertigung hört keiner mehr wirklich zu. Und beim Mauern verlässt einer innerlich das Gespräch.

Spannend finde ich dabei: Mauern ist nicht immer einfach Desinteresse. Menschen können im Konflikt körperlich so überflutet und überfordert sein, dass Rückzug zum Versuch wird, mit dieser Übererregung klarzukommen. Dann bringt „Jetzt rede endlich mit mir!" meistens nicht mehr Verbindung, sondern noch mehr Stress.

Nicht euer Thema trennt euch. Die Art, wie ihr darüber redet, tut es.

Was ich daraus mache

Ich schaue mir nicht nur an, worüber ihr streitet. Ich schaue mir an, wie. Meistens erkennt ein Paar sein eigenes Muster innerhalb einer Sitzung wieder, und es ist immer dasselbe, egal ob es gerade um die Spülmaschine geht, um Geld oder um Sex. Und wenn einer von euch im Streit gar nicht mehr aufnahmefähig ist, geht es manchmal auch nicht darum, jetzt unbedingt weiterzureden. Sondern zuerst wieder in einen Zustand zu kommen, in dem ein Gespräch überhaupt möglich ist.

03Gewaltfreie KommunikationMarshall B. Rosenberg

Eine Szene, die ihr vermutlich kennt

Gesagt: „Du bist so lieblos."

Gemeint: „Ich vermisse dich."

Angekommen: „Ich bin ein schlechter Mensch."

Was die meisten hier denken

Ihr glaubt, ihr müsstet mehr reden. Also redet ihr mehr. Und es wird schlimmer, weil dasselbe nur öfter gesagt wird.

Was tatsächlich passiert

Rosenberg trennt vier Dinge, die im Alltag zu einem einzigen Satz verschmelzen: was ich beobachte, was ich fühle, was ich brauche, worum ich bitte.

In „Du bist so lieblos" steckt alles vier drin, aber unsortiert. Der andere hört nur den Vorwurf und macht dicht. Deine Sehnsucht dahinter erreicht ihn nie.

Was mich an Rosenberg mindestens genauso interessiert wie diese vier Schritte, ist die Haltung dahinter. Gewaltfreie Kommunikation ist für mich keine Formel, mit der man möglichst geschickt bekommt, was man will. Es geht darum, Bewertungen und Schuldzuweisungen zu verlassen und wieder neugierig darauf zu werden, was in mir und im anderen eigentlich los ist.

Eine Bitte ist deshalb auch etwas anderes als eine Forderung. Eine echte Bitte kennt ein Nein.

Gesagt heißt nicht gehört. Gehört heißt nicht verstanden.

Was ich daraus mache

Ihr bekommt Werkzeuge, mit denen bei eurem Lieblingsmenschen ankommt, was ihr wirklich meint. Das ist keine Sprachschule und ihr müsst nicht anfangen zu sprechen wie ein Ratgeber. Es geht um genau die zwei, drei Stellen, an denen bei euch jedes Mal die Sicherung rausfliegt. Und ja, dahinter steckt für mich auch etwas Größeres: Ich möchte mit meiner Arbeit mehr Liebe und ein bisschen mehr Frieden in die Welt bringen. Das beginnt manchmal ziemlich unspektakulär damit, wie zwei Menschen an einem Dienstagabend in ihrer Küche miteinander sprechen.

04Die vier Seiten einer Nachricht und der TeufelskreisFriedemann Schulz von Thun

Eine Szene, die ihr vermutlich kennt

Er sagt: „Der Müll ist voll."

Sie hört: „Du machst hier nie etwas."

Zwei Menschen streiten über zwei verschiedene Sätze.

Was die meisten hier denken

Ihr denkt, einer von euch übertreibt. Er findet, sie sei überempfindlich. Sie findet, er stelle sich dumm. Beide bleiben ratlos zurück.

Was tatsächlich passiert

Jeder Satz transportiert vier Botschaften gleichzeitig. Eine Sachinformation. Etwas über den, der spricht. Etwas über eure Beziehung. Und eine Aufforderung.

Er sendet auf der Sachebene. Sie hört auf der Beziehungsebene. Keiner lügt, keiner übertreibt. Ihr habt euch nur auf verschiedenen Kanälen getroffen.

Schulz von Thun hat aber noch eine zweite Idee, die ich für Paare fast genauso wichtig finde: den Teufelskreis. Einer zieht sich zurück, weil der andere so drängelt. Der andere drängelt, weil einer sich immer zurückzieht. Beide erleben ihr eigenes Verhalten als Reaktion auf den anderen.

Und schon sind wir wieder bei einem meiner Lieblingsthemen: Wer angefangen hat, ist meistens die uninteressanteste Frage. Interessant ist die Bewegung, die ihr miteinander erzeugt.

Ihr streitet selten über das, was gesagt wurde. Fast immer über das, was angekommen ist.

Was ich daraus mache

Wenn ihr das einmal auseinandernehmt, verlieren viele eurer Streits ihre Wucht. Nicht weil das Thema weg ist, sondern weil ihr merkt: Da war vielleicht gar kein Angriff. Da war ein Satz, der auf einem anderen Kanal angekommen ist. Und wenn wir zusätzlich euren Teufelskreis erkennen, müssen wir nicht mehr herausfinden, wer schuld ist. Wir können schauen, an welcher Stelle einer von euch etwas anderes tun kann.

05Differenzierung nach David SchnarchDavid Schnarch

Eine Szene, die ihr vermutlich kennt

Sie sagt: „Ist schon okay. Mach ruhig."

Aber es ist überhaupt nicht okay.

Sie sagt trotzdem nichts, weil sie weiß, dass er sonst enttäuscht sein wird.

Was die meisten hier denken

In einer guten Beziehung müssten wir uns möglichst einig sein. Wenn einer enttäuscht, wütend oder verletzt ist, muss der andere etwas tun, damit es ihm wieder besser geht. Und je enger unsere Beziehung ist, desto mehr müssten wir eigentlich dasselbe wollen.

Was tatsächlich passiert

David Schnarch hat mich mit seinem Konzept der Differenzierung stark geprägt. Dahinter steckt die Fähigkeit, einem Menschen sehr nah sein zu können und trotzdem ein stabiles eigenes Selbst zu behalten.

Ich kann dich lieben und trotzdem anderer Meinung sein. Ich kann Nein sagen und mit deiner Enttäuschung umgehen. Ich kann aushalten, dass du etwas anders siehst. Und ich kann lernen, mich selbst zu beruhigen, statt dich dafür verantwortlich zu machen, dass es mir wieder gut geht.

Eine gute Beziehung braucht nicht weniger Ich. Sie braucht ein Ich und ein Du, die ein Wir bilden können.

Was ich daraus mache

Ich helfe euch nicht dabei, jeden Unterschied aus der Welt zu schaffen. Ich möchte, dass ihr lernt, verbunden zu bleiben, obwohl ihr unterschiedlich seid. Ein Nein sagen. Ein Nein hören. Die Enttäuschung des anderen aushalten. Euch selbst beruhigen, statt vom anderen zu verlangen, dass er eure Gefühle wieder in Ordnung bringt. Gerade für Sexualität ist das enorm wichtig. Nähe braucht Verbindung. Begehren braucht aber auch zwei eigenständige Menschen.

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Was meine Arbeit außerdem geprägt hat

Diese fünf Ansätze sind das Fundament. Dazu kommen Menschen und Ideen, die meinen Blick auf Beziehungen verändert haben: Berit Brockhausen, Ulrich Clement, Gary Chapman, bell hooks, das NLP als Denkmodell, meine Körperarbeit. Und ja, auch meine eigene Spiritualität.

  • Berit Brockhausen
  • Ulrich Clement
  • Gary Chapman
  • bell hooks
  • NLP
  • Embodywork
Woher meine Arbeit kommt

Und jetzt der Punkt

Und wo ist jetzt der Unterschied?

Diese Ansätze kennen viele gute Paartherapeutinnen. Der Unterschied liegt fast nie darin, was in einer Sitzung besprochen wird.

Er liegt in dem, was danach passiert.

Ihr sitzt eine Stunde bei mir, versteht etwas, geht raus, und drei Tage später ist der Alltag wieder schneller als jede Erkenntnis. Das ist keine Schwäche von euch. Das ist der Normalfall, und deshalb ist ein Termin alle zwei Wochen für die meisten Paare zu wenig.

Ich will euch nicht möglichst lange begleiten. Ich will euch besser darin machen, eure Beziehung selbst zu führen.

Acht bis zwölf Wochen, mit Ende

Ihr wisst vom ersten Tag an, worauf wir hinarbeiten und wann Schluss ist. Kein offener Prozess, in dem ihr irgendwann nicht mehr wisst, warum ihr noch kommt.

Zwischen den Terminen geht es weiter

Workbooks, Videos, kurze Übungen. Nicht als Hausaufgabe, sondern damit das, was ihr verstanden habt, den Weg in eure Woche findet.

Erreichbar, wenn es kippt

Wenn mittwochs etwas hochkocht, müsst ihr nicht bis zum nächsten Termin warten und dann erzählen, wie es war.

Gebaut für Eltern

Abends, online, ohne Anfahrt und ohne Babysitter. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil Paartherapie sonst schon an der Terminfrage scheitert.

Mini-Impuls für heute, drei Minuten

Denkt an euren letzten Streit. Nicht an das Thema, das ist egal. Sondern an den Moment, in dem es gekippt ist.

Wer ist lauter geworden? Wer ist stiller geworden? Und was hat der eine gemacht, kurz bevor der andere das getan hat?

Das ist eure Bewegung. Ihr braucht dafür keine Sitzung. Nur einmal ehrlich hinsehen.

Ehrlich bleiben

Was ich euch nicht verspreche

  • Die Holfeld Methode ist kein Kassenverfahren.Sie ist eine benannte Arbeitsweise, keine anerkannte Psychotherapieform. Paartherapie ist in Deutschland ohnehin keine Kassenleistung, bei keinem Anbieter.
  • Gute Grundlagen sind kein Ergebnisversprechen.Dass diese Ansätze erforscht sind, sagt nichts darüber, wie es bei euch ausgeht. Ich sage euch zu, wie ich arbeite. Nicht, wie es endet.
  • Klassische Paartherapie ist nicht schlechter.Wenn ihr in derselben Stadt wohnt, feste Termine gut haltet und den gemeinsamen Raum braucht, ist eine Praxis vor Ort oft die bessere Wahl. Ich sage euch das auch, wenn ihr bei mir im Gespräch sitzt.
  • Manchmal ist Paararbeit nicht der erste Schritt.Bei Gewalt in der Beziehung geht es zuerst um Schutz. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen erreicht ihr rund um die Uhr unter 116 016. Steht eine behandlungsbedürftige Erkrankung im Vordergrund, braucht es zuerst ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Welche Bewegung läuft bei euch ab, seit Jahren, ohne dass ihr sie je benannt habt?

Wenn ihr darauf keine schnelle Antwort habt, ist das kein schlechtes Zeichen. Die wenigsten Paare sehen ihr eigenes Muster von innen. Genau dafür gibt es das erste Gespräch, und das kostet euch nichts.

Klarheit gewinnen