Woher meine Arbeit kommt

Menschen, Modelle und Ideen, die mich geprägt haben

Eine Methode entsteht nicht nur in Ausbildungen.

Nach mehr als 15 Jahren Arbeit mit Paaren merke ich ziemlich genau, welche Gedanken geblieben sind. Manche stammen aus Paar- und Sexualtherapie. Manche aus Büchern. Manche aus meiner Körperarbeit. Manche aus NLP. Und manches aus meiner persönlichen Spiritualität.

Ich übernehme diese Ansätze nicht eins zu eins. Ich nehme daraus das, was Paaren hilft, sich selbst und ihre Beziehung besser zu verstehen und tatsächlich etwas zu verändern.

Und ich finde Transparenz wichtig: Nicht alles davon ist wissenschaftlich gleich gut untersucht. Manche Konzepte sind Forschung, manche therapeutische Modelle, manche hilfreiche Denkmodelle und manches gehört zu meiner ganz persönlichen Haltung.

Die Holfeld Methode ist genau daraus entstanden: aus vielen guten Gedanken und meiner Erfahrung damit, was davon im echten Beziehungsalltag tatsächlich hilfreich wird.

Sechs Prägungen, jede mit einer Szene, die ihr vermutlich kennt. Klick auf einen Namen, dann springst du direkt hin.

01 · Berit BrockhausenWer regiert eigentlich wo?

„Du solltest wirklich weniger arbeiten."

„Du solltest dich mehr bewegen."

„Du solltest endlich …"

Und plötzlich sind wir weniger Liebespaar und mehr gegenseitige Lebensberatung.

Die Idee, die ich mitgenommen habe

Von Berit Brockhausen benutze ich besonders gern das Bild der Königreiche: Es gibt mein Königreich, dein Königreich und unser gemeinsames.

In meinem Königreich bin ich zuständig. In deinem bist du zuständig. Und in unserem gemeinsamen Bereich müssen wir verhandeln.

Das klingt simpel und löst bei Paaren erstaunlich oft einen Knoten.

Nicht alles, was dich am anderen stört, darfst du beim anderen verändern.

Was ich daraus mache

Eine meiner Lieblingsfragen ist deshalb: „In wessen Königreich sind wir hier gerade?"

Was kannst du selbst verändern? Wo kannst du um etwas bitten? Wo braucht es eine gemeinsame Entscheidung? Und wo musst du akzeptieren, dass dein Lieblingsmensch ein eigenständiger Mensch ist, der sein Leben anders führen darf als du?

Das ist für mich gelebte Eigenverantwortung.

02 · Ulrich ClementWas ist eigentlich guter Sex?

„Wir müssten mal wieder mehr Sex haben."

Das klingt vernünftig.

Und kann gleichzeitig ziemlich zuverlässig dafür sorgen, dass Sex zu einer weiteren Aufgabe auf der To-do-Liste wird.

Die Idee, die ich mitgenommen habe

Ulrich Clement stellt in seiner systemischen Sexualtherapie nicht primär die sexuelle Funktion in den Mittelpunkt, sondern das Begehren und gerade auch die Unterschiede im sexuellen Wollen zweier Menschen.

Das finde ich wesentlich interessanter als die Frage, wie man beide wieder auf denselben sexuellen Nenner bekommt. Clement betrachtet die Differenz im Begehren ausdrücklich als möglichen Ausgangspunkt für Entwicklung.

Auch aus Berit Brockhausens Arbeit nehme ich den Gedanken mit, Sexualität nicht auf Häufigkeit, Geschlechtsverkehr und Funktionieren zu reduzieren.

Die spannendere Frage ist nicht: Wie bekommen wir wieder mehr Sex? Sondern: Was ist für jeden von euch eigentlich guter Sex?

Was ich daraus mache

Ich möchte wissen: Was macht dir Lust? Was nimmt sie dir? Was möchtest du? Was möchtest du nicht? Welche Berührung magst du? Welche Fantasie gehört zu dir? Welche Bedingungen braucht dein Körper?

Zwei Menschen müssen sexuell nicht dasselbe wollen. Sie müssen lernen, darüber zu sprechen, was jeder von ihnen will und was daraus gemeinsam entstehen kann.

03 · Gary ChapmanLiebe muss auch ankommen

Sie räumt morgens seine Sachen weg, damit er weniger Stress hat.

Er nimmt sie abends lange in den Arm.

Beide geben Liebe.

Und trotzdem fehlt beiden etwas.

Die Idee, die ich mitgenommen habe

Gary Chapmans fünf Sprachen der Liebe sind wahrscheinlich eines der bekanntesten Beziehungsmodelle: Anerkennung, gemeinsame Zeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft und körperliche Berührung.

Ich finde das Modell als Gesprächsöffner wunderbar, nicht als starre Typenlehre. Wissenschaftlich ist die Vorstellung von genau einer festen „Liebessprache" nicht überzeugend belegt.

Für mich steckt aber eine viel spannendere Erkenntnis darin: Wir geben anderen häufig genau die Form von Liebe, die wir selbst brauchen.

Wir haben in unserer Familie und unseren früheren Beziehungen gelernt, woran wir Liebe erkennen. Und diesen Modus führen wir häufig einfach weiter, ohne zu bemerken, dass unser Lieblingsmensch vielleicht etwas ganz anderes braucht.

Liebe, die du sendest, ist nicht automatisch Liebe, die beim anderen ankommt.

Was ich daraus mache

Ich frage deshalb nicht nur: „Woran merkst du, dass du geliebt wirst?" Sondern auch: „Gibst du deinem Lieblingsmenschen vielleicht genau das, was du selbst gern von ihm bekommen würdest?"

Das aufzudecken ist für Paare unglaublich wertvoll. Denn dann geht es nicht mehr darum, wer zu wenig liebt. Sondern darum zu verstehen, wie Liebe beim anderen tatsächlich ankommt, statt immer nur die Liebe zu geben, die ich selbst brauche.

04 · bell hooksLiebe ist etwas, das wir tun

„Aber ich liebe dich doch."

Glaube ich dir.

Aber was bedeutet das eigentlich?

Die Idee, die mich geprägt hat

bell hooks hat meinen Blick auf Liebe weit über Paartherapie hinaus geprägt.

In All About Love denkt sie Liebe nicht nur als Gefühl, sondern als gelebte Praxis, verbunden mit Fürsorge, Verbindlichkeit, Vertrauen, Verantwortung, Respekt und dem wirklichen Kennen des anderen.

Entscheidend ist nicht nur, ob ihr euch liebt. Sondern was ihr mit dieser Liebe macht.

Was ich daraus mache

Ich frage nicht nur: „Liebt ihr euch noch?" Mich interessiert: Wie zeigt sich eure Liebe?

Wie gut kennt ihr eigentlich den Menschen, der heute neben euch sitzt, und nicht den, in den ihr euch vor 17 Jahren verliebt habt? Wo übernimmt jeder Verantwortung für das, was zwischen euch entsteht?

Liebe ist für mich damit nicht etwas, auf dessen Rückkehr wir warten müssen. Wir können etwas tun.

05 · NLPIch kann den anderen nicht verändern. Mich schon.

„Ich bin eben so."

„Sie macht mich wahnsinnig."

„Wenn er sich ändern würde, wäre alles gut."

Hier beginnt für mich meistens die interessante Arbeit.

Die Idee, die mich geprägt hat

Mein Mindset ist stark vom NLP beeinflusst. Nicht, weil ich NLP für eine wissenschaftlich bestätigte Psychotherapie halte. Dafür gibt es keine überzeugende Evidenz. Sondern weil mir einige seiner Grundannahmen seit vielen Jahren als Denkmodelle dienen.

Eine davon ist die Idee, Verhalten zunächst als die Möglichkeit zu betrachten, die einem Menschen in diesem Moment zur Verfügung stand, statt sofort in Schuld zu denken.

Und vor allem: Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, brauchst du eine weitere Möglichkeit.

Du kannst deinen Lieblingsmenschen nicht verändern. Aber du kannst verändern, was du in eure Dynamik hineinbringst.

Was ich daraus mache

Ich frage euch immer wieder: „Was kannst DU tun?" Nicht: Wie bekommen wir deinen Partner dazu? Sondern: Was liegt in deinem Handlungsspielraum?

Vielleicht nur ein Prozent. Aber dieses eine Prozent kannst du heute verändern.

06 · KörperarbeitEmbodywork: Der Körper muss mitkommen

Du hast verstanden, warum ihr immer wieder eskaliert.

Du hast dir vorgenommen, diesmal ruhig zu bleiben.

Dann sagt dein Lieblingsmensch diesen einen Satz.

Kiefer fest. Herz schneller. Bauch angespannt.

Und weg ist das ganze schöne Wissen.

Die Idee, die ich mitgenommen habe

Meine Ausbildung zum Embodywork Practitioner hat meine Arbeit um etwas Wichtiges erweitert: Veränderung findet nicht nur im Kopf statt.

Gefühle erleben wir auch körperlich. Wir können lernen, körperliche Signale früher wahrzunehmen, unseren Zustand besser zu regulieren und über den Körper Einfluss darauf zu nehmen, wie wir mit starken Emotionen umgehen.

Du musst Veränderung nicht nur verstehen. Du musst sie irgendwann auch verkörpern können.

Was ich daraus mache

Manchmal möchte ich deshalb gar nicht als Erstes wissen, was du denkst. Sondern: Was passiert gerade in deinem Körper? Wo spürst du dein Nein? Wann merkst du, dass dein System hochfährt? Was hilft dir, wieder regulierter zu werden?

Das verändert Beziehungen an einer entscheidenden Stelle: bevor das alte Verhalten automatisch übernimmt.

Und ja: Ich bin auch spirituell

Ich bin Reikimeisterin.

Und gleichzeitig bin ich ziemlich bodenständig.

Ich glaube nicht, dass ihr eure Beziehungskrise wegmanifestieren könnt. Und ich behandle mit Reiki keine psychischen oder körperlichen Erkrankungen. Für ein postuliertes Reiki-Energiefeld gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Reiki ist für mich deshalb kein wissenschaftliches Fundament meiner Paartherapie.

Aber die dahinterliegende Haltung gehört zu mir.

Ich erlebe Menschen als miteinander verbunden. Was ich in eine Begegnung hineinbringe, macht etwas mit dieser Begegnung. Meine Aufmerksamkeit. Meine Präsenz. Meine innere Haltung. Das, worauf ich meinen Blick richte.

Ich kann nicht allein bestimmen, was zwischen uns entsteht. Aber ich kann Verantwortung dafür übernehmen, was ich hineinbringe.

Das ist meine Form von Spiritualität. Nicht abheben. Sondern genauer hinsehen.

Mich selbst regulieren. Verantwortung übernehmen. Bewusst entscheiden, welche Energie, Aufmerksamkeit und Haltung ich dem Menschen entgegenbringe, den ich liebe.

Und manchmal ist das erstaunlich praktisch.

Daraus ist die Holfeld Methode entstanden

Ich arbeite weder „nach Schnarch" noch „nach Gottman", Clement, Chapman oder irgendeinem einzelnen Modell.

Ich nehme aus unterschiedlichen Richtungen das, was Paaren hilft, ihre Dynamik zu verstehen, Verantwortung für den eigenen Anteil zu übernehmen und im Alltag tatsächlich etwas anders zu machen.

Genau dort beginnt mein eigener Teil: Wissen. Umsetzung. Begleitung.

Denn ihr sollt nicht besser darin werden, mit einer Paartherapeutin über eure Beziehung zu sprechen. Ihr sollt besser darin werden, eure Beziehung selbst zu führen.