Der Kreislauf, in dem ihr steckt
Wenn eine Person um die Beziehung kämpft, entsteht ein sehr verständlicher Impuls: überzeugen. Es wird diskutiert, argumentiert, gebeten, der Beziehung noch eine Chance zu geben.
Die Paarforschung von John und Julie Gottman hat dieses Muster beschrieben und nennt es „Demand-Withdraw", also Fordern und Rückzug. Einer fordert Nähe und Klärung, der andere entzieht sich. Es gilt als eines der stärksten Warnzeichen für Unzufriedenheit in einer Beziehung.
Das Tückische daran: Beide Seiten tun genau das, was sich für sie richtig anfühlt. Der eine braucht Gespräche, um sich sicher zu fühlen. Der andere braucht Abstand, um seine Gedanken zu ordnen. Jede Reaktion für sich ist nachvollziehbar. Zusammen erzeugen sie einen Kreislauf aus Druck und Rückzug, der beide erschöpft.
Und weil jeder das eigene Verhalten als Reaktion auf den anderen erlebt, ist die Frage, wer angefangen hat, nicht zu beantworten. Sie führt auch nicht weiter.

