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Was tun, wenn nur eine Person um die Beziehung kämpfen möchte?

Wenn nur einer um die Beziehung kämpft, entsteht ein schmerzhafter Kreislauf: Druck erzeugt Rückzug, Rückzug erzeugt mehr Druck. Die Bindungsforschung nach John Bowlby zeigt, dass dieses Muster aus unterschiedlichen Bindungsbedürfnissen entsteht – nicht aus fehlendem Interesse.

Frau berührt weinend ihren Partner, der sich abwendet – wenn nur einer kämpft

Definition

Wenn nur einer um die Beziehung kämpft, entsteht der typische Druck-Rückzug-Kreislauf: Einer fordert Nähe, der andere braucht Abstand – ein Muster, das sich ohne Verständnis für die Dynamik immer weiter verschärft.

Kurz erklärt

Je mehr du drückst, desto mehr zieht sich dein Partner zurück – ein klassischer Kreislauf. Die Bindungsforschung zeigt: Der Weg raus führt über das Verstehen dieser Dynamik, nicht über noch mehr Einsatz.

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Warum Druck selten hilft – und was die Forschung dazu sagt

Wenn eine Person um die Beziehung kämpft, entsteht manchmal der Impuls, die andere zu überzeugen. Es wird diskutiert, argumentiert oder gebeten, der Beziehung noch eine Chance zu geben.

Doch die Paartherapie-Forschung von John Gottman zeigt: Druck führt selten zu echter Veränderung. Oft ist das Ergebnis ein Rückzug der anderen Person. Gottman nennt dieses Muster „Demand-Withdraw" – es ist einer der stärksten Prädiktoren für Beziehungsunzufriedenheit.

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Die Psychologie hinter dem Kreislauf

Eine Person sagt immer wieder: „Bitte gib uns noch eine Chance." Die andere fühlt sich dadurch vielleicht noch stärker unter Druck gesetzt und zieht sich weiter zurück. Diese Dynamik kann die emotionale Distanz sogar vergrößern.

Dahinter stehen oft unterschiedliche Bewältigungsstile: Der „Verfolger" braucht Gespräche, um sich sicher zu fühlen. Der „Rückzieher" braucht Raum, um seine Gedanken zu ordnen. Beide Bedürfnisse sind nachvollziehbar – aber ihre Kombination erzeugt einen Teufelskreis.

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Was stattdessen helfen kann

Manchmal verändert sich eine Beziehung eher dann, wenn eine Person beginnt, den Fokus wieder stärker auf sich selbst zu richten. Eigene Bedürfnisse wahrnehmen. Eigene Entwicklung anschauen. Verantwortung für das eigene Verhalten übernehmen.

Studien der Emotionsfokussierten Paartherapie (EFT) zeigen: Wenn eine Person ihre Reaktionsmuster verändert, reagiert der Partner häufig anders als erwartet. Das ersetzt nicht die gemeinsame Arbeit – kann aber den Anfang machen. Der Beziehungskrise-Guide hilft, die Situation einzuordnen. Und der Artikel Soll ich mich trennen? gibt Orientierung, wenn die Zweifel größer werden. Mehr dazu: Lohnt es sich, um die Beziehung zu kämpfen?

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Dieser Artikel basiert auf den Prinzipien der Holfeld Methode – dem therapeutischen Ansatz, mit dem Anna Holfeld seit über 15 Jahren Paare begleitet. Erfahre mehr zur Methode

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Häufige Fragen

Richte den Fokus auf deine eigene Entwicklung statt auf Überzeugungsarbeit. Veränderungen bei dir können die gesamte Beziehungsdynamik beeinflussen. Programme wie „Gehen oder Bleiben" begleiten diesen Prozess.
Langfristig braucht es beide. Kurzfristig kann die Veränderung einer Person neue Dynamiken auslösen. Weniger Druck und mehr Selbstreflexion verändern oft auch das Verhalten des Partners. Konkrete Schritte findest du im Guide: Beziehung retten.
Ein Kreislauf, bei dem eine Person mehr Nähe einfordert und die andere sich zurückzieht. Je stärker der Druck, desto größer der Rückzug. Dieses Muster ist laut Gottman einer der stärksten Prädiktoren für Beziehungszufriedenheit.
Langfristig braucht es beide. Kurzfristig kann die Veränderung einer Person neue Dynamiken auslösen – weniger Druck und mehr Selbstreflexion verändern oft auch das Verhalten des Partners.
Anna Holfeld – Systemische Paartherapeutin

Über die Autorin

Anna Holfeld

Systemische Paartherapeutin, Mediatorin und Elternbegleiterin mit über 15 Jahren Erfahrung. Anna hat mit der Holfeld Methode über 2.000 Paare begleitet und ist bekannt aus ARD, ZDF und dem Podcast „Apropos Beziehung".

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